Kunst und KultuR
von
Siegfried Knittel
Meine Malerei und meine Assemblagen sind Ausdruck einer intensiven Auseinandersetzung mit Emotionen, persönlichen Erfahrungen und gesellschaftlichen Wirklichkeiten. Autobiografische Bezüge bilden dabei häufig den Ausgangspunkt meines künstlerischen Schaffens. Sie werden in Farbe, Form, Material und Komposition übersetzt und zu eigenständigen Bildwelten verdichtet. Dabei geht es mir nicht allein darum, eigene Empfindungen zu verarbeiten, sondern zugleich Räume für die Wahrnehmung, Assoziation und Reflexion des Betrachters zu eröffnen.
Mein künstlerisches Werk umfasst ein breites Spektrum an Themen, die auf unterschiedliche Weise persönliche Erfahrungen mit gesellschaftlichen, kulturellen und existenziellen Fragestellungen verbinden. Ich beschäftige mich mit Architektur als Ausdruck politischer Repräsentation, mit der Kreuzigung als Sinnbild menschlichen Leidens und existenzieller Fragen des Glaubens, mit der Friedenstaube als Symbol für Hoffnung und der Bedrohung des Friedens. Ebenso finden innere Zustände wie Angst, Chaos und Unruhe Eingang in meine abstrakten Arbeiten. Mit dem Schwarzwälder Bollenhut greife ich darüber hinaus meine regionalen Wurzeln auf und überführe ein traditionsreiches Kultursymbol in einen zeitgenössischen, bisweilen ironischen und überraschenden Kontext.
So unterschiedlich diese Themen erscheinen mögen, verbindet sie die Suche nach einer bildnerischen Sprache, in der sich persönliche Empfindungen und übergeordnete Fragen menschlicher Existenz begegnen. Meine Arbeiten bewegen sich dabei zwischen Abstraktion und Gegenständlichkeit, zwischen emotionaler Unmittelbarkeit und analytischer Gestaltung, zwischen individueller Erfahrung und gesellschaftlicher Wirklichkeit.
Der bekannte Berliner Maler und Kunstprofessor Mathias Koeppel charakterisiert meine Arbeiten in einem Artikel der Kunstzeitschrift STAYINART als „Bildnerische Poesie zum Missverhältnis von Anspruch und Wirklichkeit.“ Diese Formulierung bringt für mich eine wesentliche Dimension meines Schaffens zum Ausdruck: die Spannung zwischen dem, was Menschen, Gesellschaft und Institutionen anstreben, und dem, was tatsächlich erfahrbar wird. In diesem Spannungsfeld entstehen Bilder, die nicht abschließend erklären oder urteilen wollen, sondern Fragen aufwerfen, Widersprüche sichtbar machen und individuelle Deutungen ermöglichen.
Siegfried Knittel
Sein Werk
Die Serie präsentiert die Gebäude des Deutschen Bundestages, das Bundeskanzleramt und das Brandenburger Tor als eine vielschichtige politische Landschaft, in der Architektur, Geschichte und gesellschaftliche Bedeutung miteinander verschmelzen. Ohne ehrfürchtige Distanz nähert sich die Malerei diesen architektonischen Symbolen und löst ihre charakteristische Formensprache in einer freien, gestalterischen Analyse auf. Linien, geometrische Strukturen und architektonische Elemente werden abstrahiert, neu geordnet und in eigenständige Farbflächen übersetzt.
Dabei übernimmt die Farbe eine zentrale Rolle. Sie löst sich von einer rein beschreibenden Funktion und entwickelt eine expressive Dynamik, die Heiterkeit und Leichtigkeit ebenso hervorrufen kann wie Dramatik, Feuer oder gar die Assoziation einer Explosion. Kraftvolle Kontraste, bewegte Farbflächen und spannungsreiche Kompositionen verleihen den Bauwerken eine emotionale Dimension, die über ihre reine architektonische Erscheinung hinausgeht.
So entsteht ein Dialog zwischen Architektur und Emotion, zwischen politischer Repräsentation und individueller Wahrnehmung. Die Gebäude erscheinen nicht mehr nur als steinerne Symbole staatlicher Institutionen, sondern werden zu Projektionsflächen für persönliche Empfindungen, gesellschaftliche Spannungen und unterschiedliche Interpretationen politischer Wirklichkeit. Die Serie lädt dazu ein, vertraute Orte neu zu betrachten und die Wechselwirkung zwischen gebautem Raum, politischer Bedeutung und emotionaler Wirkung zu entdecken.
Diese Kategorie umfasst 88 Arbeiten
Die Gemälde entfalten eine explosive Farbigkeit, in der sich spontane seelische Zustände wie Chaos, Unruhe, Angst und emotionale Aufgewühltheit unmittelbar manifestieren. Ein dichtes Geflecht aus verworrenen Linien, überlagerten Flächen und dynamischen Farbkontrasten verleiht diesen inneren Empfindungen eine sichtbare, bildnerische Gestalt. Die Kompositionen wirken dabei wie Momentaufnahmen eines emotionalen Geschehens, in denen sich innere Spannungen entladen und zu einer eigenständigen abstrakten Bildsprache verdichten.
Für mich haben Gefühle wie Angst, Chaos und Unruhe weder ein Gesicht noch eine konkrete Form. Sie entziehen sich einer eindeutigen Darstellung und lassen sich nicht unmittelbar abbilden. Dennoch können sie durch Farbe, Bewegung, Struktur und Rhythmus Ausdruck finden. Aus der intensiven Hingabe an diese inneren Zustände entstehen meine Arbeiten spontan und ohne festgelegtes Motiv. Sie sind unmittelbare Übersetzungen meines eigenen Erlebens in Farbe und Form – ein malerischer Prozess, in dem sich Emotionen entfalten, verdichten und schließlich als autonome Bildwelten sichtbar werden.
Die Bilder verstehen sich nicht als Erklärungen bestimmter Gefühle, sondern als offene Räume emotionaler Erfahrung. Sie laden dazu ein, sich auf ihre expressive Kraft einzulassen und eigene Empfindungen, Assoziationen und Interpretationen darin wiederzufinden.
Diese Kategorie umfasst 51 Arbeiten.
Entdecken Sie Schwarzwaldmädchen, wie Sie sie noch nie gesehen haben! In dieser Serie begegnet der traditionelle Bollenhut einer überraschenden Vielfalt weiblicher Persönlichkeiten und Charaktere. Frauen aus den unterschiedlichsten Gesellschaftsschichten tragen ihn ebenso selbstverständlich wie berühmte Ikonen der Kultur- und Kunstgeschichte. So schmücken sich etwa die legendäre Operndiva Maria Callas oder die geheimnisvolle Simonetta Vespucci mit dem markanten Kopfschmuck – und stehen ihnen dabei ausgesprochen gut.
Mit einem Augenzwinkern verbindet die Serie Schwarzwälder Tradition mit Kunstgeschichte, zeitloser Schönheit und individueller Ausstrahlung. Der Bollenhut wird dabei zum verbindenden Element zwischen Epochen, gesellschaftlichen Rollen und kulturellen Welten. Vertraute Vorstellungen werden spielerisch aufgebrochen, Klischees hinterfragt und neue, überraschende Bildwelten geschaffen.
Diese Kategorie umfasst 90 Arbeiten.
Diese Serie widmet sich der Friedenstaube als universellem Symbol für Frieden, Hoffnung und Versöhnung.
Im Zentrum steht die künstlerische Auseinandersetzung mit ihrer Metamorphose ins Gegenteil: Wie verwandelt sich das Symbol des Friedens in ein Bild von Konflikt, Bedrohung und Zerstörung? Durch eine expressive Farbigkeit, dynamische Formen und spannungsreiche Kompositionen werden diese gegensätzlichen Zustände als emotionale Bildwelten erfahrbar.
Die Farbe wird dabei zum unmittelbaren Träger von Emotionen – sie kann Harmonie und Zuversicht ebenso vermitteln wie Angst, Aggression und Verzweiflung. Die Friedenstaube verliert ihre eindeutige Symbolkraft und wird zum Ausgangspunkt einer visuellen Reflexion über die Zerbrechlichkeit des Friedens und die Widersprüchlichkeit menschlichen Handelns.
Die Serie lädt dazu ein, vertraute Symbole neu zu betrachten und über das fragile Verhältnis zwischen Frieden und Gewalt nachzudenken.
Diese Kategorie umfasst 15 Arbeiten.
Glas besitzt eine einzigartige Fähigkeit, Farbe und Licht in faszinierender Weise miteinander zu verbinden. In diesen Glasobjekten, Mosaiken und Arbeiten der Glaskunst entfaltet sich ein leuchtendes Farbenspiel, das je nach Lichteinfall immer neue Facetten offenbart. Transparenz, Reflexion und Lichtbrechung verleihen den Werken eine besondere Lebendigkeit und lassen Farben in einer Intensität erstrahlen, die kaum ein anderes künstlerisches Medium auf diese Weise ermöglicht.
Das Zusammenspiel von Glas, Farbe und Licht schafft eine besondere Tiefe und lässt die Objekte zwischen Materialität und Leichtigkeit, zwischen Form und Leuchten oszillieren. Licht wird dabei nicht nur zum Gestaltungselement, sondern selbst zum Teil des Kunstwerks. So entstehen lebendige Kompositionen, die sich mit ihrer Umgebung verändern und den Betrachter immer wieder aufs Neue in ihren Bann ziehen.
Diese Kategorie umfasst 17 Arbeiten.
Diese Gemälde bilden einen bewussten Gegenpol zu meinen expressiven, abstrakten Arbeiten. Geometrische Formen, klare Linien und reduzierte Farbflächen fügen sich zu harmonischen, präzise komponierten Bildordnungen. Die Konzentration auf das Wesentliche schafft eine visuelle Klarheit, die Ruhe, Ausgewogenheit und innere Gelassenheit vermittelt. Im Zentrum steht die Auseinandersetzung mit den Polaritäten von Chaos und Ordnung, Unruhe und Ruhe, emotionaler Bewegung und formaler Klarheit. Während das Chaos häufig mit Unbeständigkeit, Dynamik und innerer Spannung verbunden ist, verkörpern geometrische Strukturen und klare Kompositionen das Bedürfnis nach Orientierung, Stabilität und Harmonie.
Diese Gegensätze werden nicht als unvereinbare Zustände verstanden, sondern als Kräfte, die einander bedingen und in ihrer Gegenüberstellung erst ihre volle Wirkung entfalten. Die Arbeiten versuchen, dieses Spannungsverhältnis in eine bildnerische Sprache zu übersetzen. Durch das Zusammenspiel von Form, Linie, Fläche und Farbe entstehen Kompositionen, in denen Ordnung nicht als starre Begrenzung, sondern als Ausdruck innerer Ruhe erfahrbar wird. Zugleich eröffnet die bewusste Reduktion einen Raum für Kontemplation und lädt dazu ein, den Blick zu entschleunigen und die Wirkung klarer Strukturen auf die eigene Wahrnehmung zu erleben.
So werden die Gemälde zu einer visuellen Reflexion über das menschliche Bedürfnis nach Ausgleich – zwischen äußeren Unruhen und innerer Sammlung, zwischen Komplexität und Einfachheit, zwischen Bewegung und Stillstand.
Diese Kategorie umfasst 39 Arbeiten.
Das Thema der Kreuzigung nimmt in meinem künstlerischen Schaffen eine zentrale Stellung ein. Das Kreuz an sich ist ein universelles Symbol, das in unterschiedlichen Kulturen und Epochen eine besondere Bedeutung erlangt hat. Es steht für Gegensätze und Verbindungen, für Leid und Hoffnung, Tod und Leben sowie für die Schnittstelle zwischen dem Irdischen und dem Transzendenten.
Christus am Kreuz hingegen verweist unmittelbar auf die christliche Glaubenstradition und verdichtet in seiner Darstellung die existenzielle Spannung zwischen Mensch und Gott, zwischen menschlichem Leiden und göttlicher Erlösung. Die Kreuzigung konfrontiert uns mit grundlegenden Fragen nach Glauben, Schuld, Opfer, Vergebung und der Möglichkeit von Hoffnung angesichts des Leidens.
In meinen Arbeiten nähere ich mich diesem vielschichtigen Thema auf individuelle Weise. Das Kreuz wird dabei nicht allein als religiöses Motiv verstanden, sondern auch als Ausgangspunkt für eine persönliche Auseinandersetzung mit den großen Fragen menschlicher Existenz. Es eröffnet einen Raum für Zweifel und Zuversicht, für Schmerz und Trost, für die Suche nach Sinn und die Begegnung mit dem Unbegreiflichen. Die Antworten darauf lassen sich nicht allgemeingültig festlegen – sie bleiben eine persönliche Aufgabe, die jeder Mensch für sich selbst beantworten muss.
Diese Kategorie umfasst 29 Arbeiten.
Diese Uhrenobjekte verbinden traditionelle Gestaltungselemente mit einer modernen, eigenständigen Formensprache. Im Mittelpunkt des Designs stehen das Quadrat und der Bollenhut, die als prägende Stilelemente auf ungewöhnliche Weise miteinander kombiniert werden. Dabei trifft die klare, geometrische Strenge des Quadrats auf die charakteristische, traditionsreiche Silhouette des Bollenhuts.
Aus diesem spannungsvollen Zusammenspiel entsteht eine neue Interpretation der Schwarzwälder Gestaltungstradition, die Bekanntes aufgreift und zugleich überraschend neu interpretiert. Die Uhrenobjekte verstehen sich nicht allein als Zeitmesser, sondern auch als individuelle Designobjekte, in denen regionale Identität, geometrische Klarheit und zeitgenössische Ästhetik eine eigene Verbindung eingehen. So wird die Uhr zum gestalterischen Blickfang, der Tradition und Moderne auf charaktervolle Weise vereint.
Diese Kategorie umfasst 6 Arbeiten.

























